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DrachensturmBearbeiten

Im tiefsten Innern wusste sie, dass sie das Richtige tat.  Sie hätte nicht begründen können, was sie da so sicher machte, aber sie spürte es förmlich. Nur so konnte sie das Unheil aufhalten und ihre Freunde retten. Sie hoffte nur, dass nicht das Schlimmste eintreffen würde. So schritt sie erhobenen Hauptes auf das Podest zu. Sie blickte den Galgen, welcher darauf stand kurz an, doch sie wusste, dass es nicht so weit kommen würde. Plötzlich hörte sie jemanden rufen: "Die Hexe ist zurück! Sie kommt sogar freiwillig!" Ein Raunen ging durch die Menge. Niemand konnte verstehen, warum sie gekommen war. War sie doch drei Jahre nicht auffindbar gewesen und hatte so dem Galgen entgehen können. Da konnte etwas nicht stimmen. "Packt sie!", rief der Herzog der Stadt von seinem Balkon herab. Nichts geschah. Alle spürten es. Da war etwas in der Luft, was Unheil versprach. "Nun macht schon!", rief der Herrscher der Stadt erneut. Da packten zwei Männer die Frau an den Armen und brachten sie auf das Podest. Oben angekommen wirkte die Frau aber nicht wie eine Gefangene, sondern wie eine mächtige Person, welche gleich zu ihrem Volk sprechen würde. Ohne, dass sie jemand aufhielt, löste sich die Frau aus den Griffen der Männer und trat an den Rand des Podestes. Sie sprach mit ruhiger Stimme, welche trotzdem noch am hintersten Ecken des Platzes zu hören war: "Ihr seid alles verlorene Seelen, wenn ihr weiterhin dem Herzog die Treue schwört. Blind befolgt ihr seine Befehle und tötet die Drachen. Doch was ihr nicht wisst, ist, dass sie viel erhabenere Geschöpfe sind als wir. Sie besitzen Mächte, von denen wir nur träumen können. Sie werden die ganze Menschheit ausrotten, wenn ihr nicht Frieden mit ihnen schliesst. Es ist noch nicht zu spät, wenn ihr euch jetzt besinnt und euch auf die Seite dieser magischen Geschöpfe schlägt, dann seid ihr gerettet und ihr werdet zu den auserkorenen Drachenreitern gehören. Nur die werden überleben und die Begabten unter ihnen werden die Magie der Drachen erlernen können. Entscheidet weise!" Mit diesen Worten beendete sie ihre Rede und wartete ab, was geschehen würde. Die Menschen begannen miteinander zu Flüstern und gewisse sahen ängstlich in den Himmel, um zu sehen, ob die geflügelten Wesen wohl schon über ihnen kreisten. Doch alles blieb ruhig, nur die Stimmen der Menschen wurden lauter. "Die will nur dem Galgen entkommen!" – "Drachen sind doch nur Fabelwesen!" – "Sie will uns nur Angst machen!" Und der Ruf, welcher immer mehr Stimmen fand war: "Hängt sie!" Hämisch Grinsend trat der Herzog an den Rand seines Balkons und blickte auf sein Volk nieder. Nach einer Weile rief er: "Ruhe!" Sofort verstummten die Rufe und alle Blicke wanderten zu jenem Man, welcher über das Leben der Gefangenen entscheiden würde. Dieser wandte sich an die Frau auf dem Podest und sprach: "Du hörst, was die Leute verlangen. Hast du wirklich gedacht, dass du mit deinen Lügengeschichten meinem starken Volk Angst machen könntest?" Bei diesen Worten erschollen viele Ja-Rufe und wütendes Gebrüll. "Für was hält die sich?!" Mit einer Handbewegung brachte der Herzog die Leute wieder zum Schweigen. "Nun, du wirst gleich am eigenen Leib erfahren, was wir hier mit Lügnern und Hexen machen. Hängt sie!" Nach diesen Worten war das Volk nicht mehr zu stoppen. Sie brüllen die übelsten Beleidigungen, begannen mit den Füssen zu stampfen und sangen im Chor: "Hängt die alte Hexe! Hängt die Lügnerin! Sie soll hängen!" Die beiden Männer auf dem Podest packten die Frau wieder an den Armen, fesselten ihre Hände und zogen sie zum Galgen. Jeder andere Gefangene, welcher dem Tod schon so nah war, hätte nur betrübt auf den Boden geschaut, doch nicht diese Frau. Sie liess ihren Blick mit hoch erhobenem Kopf über die Leute schweifen und schaute sie schon fast mitleidig an. Dann kurz bevor ihr der Strick umgelegt wurde, pfiff sie laut und ein goldener Drache schoss vom Himmel. Dieser landete neben ihr, schnitt mit seinen scharfen Krallen die Fesseln auf und liess sie auf seinen Rücken steigen. Dann schlug er einmal mit seinen Flügeln und wirbelte die Männer vom Podest. Die Menschen waren alle so geschockt, dass vollständige Ruhe herrschte. Die Frau schüttelte langsam den Kopf und sprach: "Ich habe euch die letzte Chance gegeben, doch ihr habt sie ausgeschlagen. Es war eure Entscheidung und jetzt werdet ihr sie zu spüren bekommen!" Der goldene Drache stiess ein furchterregendes Brüllen aus und schon kam ein riesiges Drachenrudel angeflogen. Es waren so viele, dass sich der Himmel verdunkelte und man die Sonne fast nicht mehr sehen konnte. Dann brüllte der Drache, auf welchem die Frau sass, erneut und ein Brüllen von tausenden von Stimmen kam zurück. Ohne Vorwarnung schossen die Drachen vom Himmel und verbrannten mit ihrem Feuer alles, was ihnen in die Quere kam. Die Menschen begannen zu schreien und versuchten sich irgendwo in Sicherheit zu bringen, doch sie hatten keine Chance. Als die Drachen wieder abzogen, hatten sie nur noch verkohlte Erde zurückgelassen. Die Frau schaute noch ein letztes Mal zurück und gab dem goldenen Drachen dann das Zeichen, dass sie zurück zum Lager fliegen sollen. Sie wusste, schon bald würden sie jemanden finden, der ein reines Herz hat und würdig sein würde, ihr Schüler zu werden.

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